Praxis geschlossen

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Informationen zum 

Schwangerschaftsdiabetes ( =Gestationsdiabetes = GDM) und zum Zuckerbelastungstest ( =oraler Glukobelastungstest= OGTT) für Schwangere

 

Sehr geehrte Patientinnen!

Wir beglückwünschen Sie zunächst einmal zu Ihrer Schwangerschaft und wünschen Ihnen, dass bis zur Geburt und danach alles gut und problemlos verläuft.

Sie werden sicher festgestellt haben, dass Ihr betreuender Gynäkologe Sie häufiger und intensiver als früher bei den  Vorsorgeuntersuchungen nach Risikofaktoren für einen Schwangerschaftsdiabetes fragt, häufiger Blutzuckerkontrollen oder einen sogenannten Zuckerbelastungsschnelltest (Vortest) durchführt. Die neuen Mutterschaftsrichtlinien sehen seit Anfang 2012 diese Untersuchungen auf Kosten der Krankenkassen vor.

  • Grund dafür ist, dass die Zahl der Schwangeren mit einem (zunächst nur in der Schwangerschaft auftretendem) Diabetes deutlich zunimmt und ein in der Schwangerschaft unbehandelter Diabetes ein erhöhtes Risiko für die Mutter (Geburtskomplikationen) und ihr Kind bedeutet. Als gravierendstes Problem stellt das bereits vor der Geburt übernormale Größenwachstum ("Makrosomie") Ihres Babys dar, so dass eine Geburt auf normalem Wege erschwert oder unmöglich sein kann und  häufig ein Kaiserschnitt oder eine Zangen- bzw. Saugglockengeburt notwendig wird. Zudem ist bei einer zuckerkranken Mutter als Folge einer gestörten Durchblutung des Mutterkuchens das Risiko eines Sauerstoffmangels beim Kind erhöht, das wiederum zum Ausgleich des Sauerstoffmangels vermehrt Blutfarbstoff bildet und nach der Geburt diesen Farbstoff beschleunigt abbaut; dies kann dann zu der bekannten Neugeborenen-Gelbsucht ("Ikterus") führen. Dies sind nur wenige Beispiele, mit welchen  Komplikationen eine Diabetes-kranke Mutter rechnen muss.


Wir geben Ihnen in unserer Praxis gerne Broschüren und Merkblätter mit ausführlicheren Informationen zum Schwangerschaftsdiabetes, bitte fragen Sie uns danach!  Durch eine rechtzeitige und erfolgreiche Behandlung des GDM können die genannten Risiken fast auf ein Normalmaß gesenkt werden. Nach der Geburt sind die meisten Frauen keine Diabetikerinnen mehr!

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Wer hat ein erhöhtes Risiko für einen GDM?

Zunächst einmal: jede Frau kann grundsätzlich einen Schwangerschaftsdiabetes (durchschnittlich 5 von 100 Frauen) bekommen, der dann nach der Geburt meist wieder verschwindet, aber im späteren Lebensalter als sog. Typ-2-Diabetes wieder auftreten kann. Ein erhöhtes Risiko für einen GDM haben:

 

- Alter > 40 Jahre

- Frauen, die schon bei früheren Schwangerschaften einen Diabetes

  hatten

- frühere Geburten, bei denen das Baby bei der Geburt über 4500g

  wog

- werdende Mütter, deren Geschwister und Eltern an einem Diabetes

  erkrankt sind

- Frauen mit erheblichem Übergewicht vor Beginn der

  Schwangerschaft

- körperliche Inaktivität

- Frauen, die schon lange vor der Geburt an einer

  Bluthochdruckerkrankung leiden

- seltenere Faktoren: wie asiatische oder lateinamerikanische

  Herkunft -----------------------------------------------------------------

Wie wird ein GDM eindeutig festgestellt bzw.ausgeschlossen?

Wie wird ein GDM behandelt? 

In der Regel vereinbaren wir einen Termin zusammen mit anderen Schwangeren morgens um 8 Uhr. Zu diesem Termin müssen Sie nüchtern erscheinen und an drei Tagen zuvor möglichst viele Kohlenhydrate (Kartoffeln, Süßigkeiten, Brot) gegessen haben, die letzte Mahlzeit dürfen Sie am Abend vor dem Termin gegen 22 Uhr einnehmen. Der Test wird  wie folgt durchgeführt:

 

Kurze Erhebung der Vorgeschichte und Fragen nach Risiken für einen GDM um 8 Uhr

Blutentnahme aus der Vene zur Blutzuckerbestimmung  

gegen 8.15 Uhr:

Trinken eines Glases Wasser, in das 75gr Traubenzucker aufgelöst sind (dies ist der unangenehmste Teil der ganzen Untersuchung) .


Danach jeweils nach 1 und 2 Stunden (also circa: um 9.15 und 10.15 Uhr) erneute Blutentnahme und sofortige Bestimmung der Messwerte

zwischen 10.30 Uhr und 11 Uhr erfolgt dann die Abschlussbesprechung des Ergebnisses.

 

Schwangere, deren Ergebnisse normal sind, können dann sofort nach Hause gehen und ihr Frühstück nachholen.

Schwangere, die erhöhte Zuckerwerte aufweisen, bekommen zunächst eine ausführliche Erläuterung ihrer meist vorübergehenden Erkrankung, bekommen ein Blutzuckerselbstmessgerät verordnet und müssen dann nach ca. einer Woche zu einem zweiten Termin das Tagebuch mit den selbst gemessenen Werten zur Besprechung  mitbringen. In dieser Zeit sollte bereits versucht werden, alle Süßigkeiten und kalorienhaltigen und ungesunden Nahrungsmittel wegzulassen und sich viel zu bewegen, mindestens 30-60 min. Spaziergang oder leichtes Ausdauertraining pro Tag (allerdings soll sich keine Schwangere in normale Blutzuckerwerte "hineinhungern", dies kann für Mutter und Kind gefährlich werden).

Je nach Ausfall der Blutuckerwerte im Tagebuch wird dann gemeinsam zwischen Arzt/Diabetesberaterin und Schwangeren entschieden, ob die Einhaltung einer Diät und reichlich körperlicher Bewegung ausreicht oder ob (was eher selten ist) eine Insulinbehandlung bis zur Geburt erforderlich ist. Hierzu erhalten Sie dann zu mehreren Beratungsterminen ausführliche Informationen.  

Bitte vergessen Sie nicht, dass im Falle eines Schwangerschaftsdiabetes etwa 6-8 Wochen nach der Geburt der oben beschriebene  Zuckerbelastungstest unbedingt wiederholt werden muss.

Wir wünschen Ihnen ein gutes Ergebnis und freuen uns immer, wenn Sie uns nach der Geburt eine E-Mail mit dem Bild Ihres Babys zusenden.

 

Ihr Diabetesteam der Praxis Dr. Tinnefeld